Kalte Räuber und Kanonenöfchen

(0 Bewertungen, Durchschnitt 0 von 5)

Dieses Jahr ging der September vorbei ohne unseren Ausflug nach Schweden. Lt. unseren Angelfreunden war Mitte Oktober viel zu spät zum Fahren. Ar­gumente waren: Zu kalt, Schneeerwar­tungen, Hagel, Frost, Sturm und Regen. Sogar Bären, Wölfe und Luchse wurden erwähnt. ”Leute”, lautete unser Wider­wort, ”das haben wir im Winter auch schon mal und dann angelt ihr trotzdem und die Tiere könnt ihr euch im Zoo ansehen”. Am Ende blieben wir zu zweit übrig. Frans (mein Sohn) und ich. Die anderen sahen kein Heil darin oder waren verhindert. Wir buchten eine Woche Hedesundacamping. Das liegt ungefähr 140 km über Stockholm, am Dalalven-Strom und umliegenden Seen, genannt Nedre Dalalven. Hier waren wir schon einmal gewesen.
Ein sehr schönes Fleckchen Erde und sehr viel Wasser, gute Boote, Motoren und Tiefenmesser.

Für das Essen sorgten Gerda und Andre.
Geflogen sind wir ab Schiphol. Für uns einfach mit dem Zug zu erreichen.
Auf Arlanda-Stockholm stand Meindert schon bereit um uns abzuholen.
Unsere Unterhaltung handelte sich natürlich ausschließlich um Hechte, nochmals Hechte und die Natur.
Voriges Jahr im Winter waren Schafe von Wölfen getötet worden und auf Bären durfte wieder frei gejagt wer­den. ”Wenn wir einem begegnen, dann bekommt er eins mit meiner Angel übergebraten” sagte Frans.

Die ersten Tage war das Wetter präch­tig, Nachts Frost, aber tagsüber wenig Wind, vollauf Sonne und über 0 Grad. Wir haben ziemlich viel Hecht und Zander gefangen. Was uns (als Pol­derfischer) auffiel war, daß der große Hecht auf ungefähr 6 Meter Wassertiefe hauste und der kleine Hecht auf
1 oder 2 Meter rundschwamm.
Nach ein paar Tagen wurde es nasser. Ab und zu Regen, aber auch Sonne. Um unsere Angeltaschen trocken zu halten, hatten wir große blaue Plastiksäcke mit in paar Marktzeltklammern mitgenom­men.

Die Taschen (im Sack) klemmt man, bodenfrei, an den Rand des Bootes. Niemehr Nässe.
Am letzten Tag stundenlang strömender Regen und scharfer Wind. Ausfahren war nicht möglich.
Schade, aber nicht getrauert. Das Auto von Meindert und Renata ausgeliehen und auf gings zum Einkaufszentrum in Gavle.
Um ungefähr 5 Uhr Aperitif bei Gerda und Andre. Wurde eine sehr gesellige Runde. Es saß auch ein befreundetes Ehepaar aus Schweden dabei. Das Gespräch ging in 3 Sprachen durchei­nander.
Das verlangte wohl etwas mehr Auf­merksamkeit, aber Andre übersetzte alles in schwedisch und holländisch. Das Abendessen wurde gemeinsam eingenommen. Mit 6 Mann an einem langen Tisch.
Das Gespräch kam auf schwierige Wörter in beiden Sprachen (das G wird in Schweden als J ausgesprochen). Ich bat unseren schwedischen Freund mir schnell Achtentachtig potkacheltjes
(übersetzt: achtundachtzig Kanonenöf­chen) nachzusagen. Bei dem Versuch flog ihm das Gebiß aus dem Mund und endete auf seinem Teller. Frans und ich lagen heulend vor Lachen unter dem Tisch.

Am nächsten Tag flogen wir heim. Wir hatten eine prächtige Woche, viel Fisch, in einer phantastischen
Natur und noch Schmerzen in den Kie­fern vom Lachen!!

Frans und Aad

Zur Info:
www.hedesundacamping.se